Die Gardine – ein (historisches) Vorbild für den modernen Sonnenschutz!

"Eine Gardinenpredigt halten" oder "hinter schwedischen Gardinen sitzen" - jeder kennt diese Sprichwörter.
Es gibt wohl kaum einen Sonnenschutz, der so bekannt ist, dass er sogar ein fester Bestandteil unseres Wortschatzes geworden ist, wie die Gardine. Dabei ist ihre Funktion gleichzeitig so einfach und pragmatisch. An einer Stange werden eine oder mehrere Stoffbahnen direkt vor dem Fenster angebracht, die manuell auf und zugezogen werden können. Im geschlossenen Zustand schützt die Gardine damit von außen vor neugierigen Blicken und fungiert im Inneren als Blend- sowie Sonnenschutz. Das Material der Stoffe besteht zumeist aus Naturfasern wie Baumwolle, kann aber auch aus synthetischer Herstellung sein. Diese Fenstervorhänge dienen zudem als Dekorationselement. In jüngster Zeit werden diese Verschattungslösungen mehr und mehr in die Innenarchitektur einbezogen, um so das Raumgefühl bestmöglich auszugestalten. Dabei ist die Gardine selbst jedoch keineswegs eine neue Erfindung.

Die Gardine als Vorbild für modernen Sonnenschutz

Sie besitzt wohl die älteste Geschichte aller Sonnenschutzsysteme, wenngleich nicht immer in der reinen Funktion eines Sonnenschutzes, denn ursprünglich wurden Vorhänge nicht für Fenster, sondern als Bestandteil des religiösen Ritus genutzt. So grenzten Vorhänge in den verschiedenen Bauversionen des jüdischen Jerusalemer Tempels, der wohl seit dem ersten vorchristlichen Jahrtausends bis 70 n. Chr. bestand, die heiligen Gegenstände von der äußeren Umwelt ab. Daher wurde diese auch als Tempelvorhänge bezeichnet. Noch heute haben Vorhänge im Judentum eine wichtige Funktion: Sie verbergen in der Synagoge die Torarollen (Parochet). Auch die christliche Kirche kennt Vorhänge als Altarbedeckung (Antependium).
Aus dem jüdischen Tempelvorhang leitet sich auch das Wort »Gardine« ab, dass auf die altfranzösische Bezeichnung cortine aus dem Mittelalter zurückgeht, welches selbst seinen Ursprung im spätlateinischen Wort cortīna für Tempelvorhang findet.

Unsere Gardine in ihrer heutigen Bedeutung als Fenstervorhang etablierte sich im 17. Jahrhundert, nachdem es verschiedene historische Sprachwandelprozesse durchlaufen hat. Als einer der ersten Sonnenschutzsysteme diente die Gardine in der Moderne als Vorbild für die Entwicklung weitere Verschattungsmöglichkeiten. So fungieren beispielsweise Flächenvorhänge nach dem Prinzip dieses altehrwürdigen Verschattungselements. Hierbei werden einzelne Stoffbahnen mittels eines Schienensystems vor dem Fenster als Verschattungs-und Dekorationselement eingesetzt. Doch in unserer Zeit erweisen sich die sehr begrenzten Funktionen und Anwendungsmöglichkeiten der Gardine als nicht ausreichend für die Ansprüche an einen modernen wie optimalen Sonnenschutz. So können beispielsweise Plissees, Jalousien oder Rollladen mit einer Vielzahl an Stoffen mit unterschiedlichen Eigenschaften, wie beispielsweise verschiedene Abdunklungsfaktoren ausgestattet werden, die deutlich besseren Möglichkeiten für einen Sonnenschutz gewährleisten. Zudem kann durch verschiedene Möglichkeiten der Bedienung, insbesondere mit der Fernsteuerung eines motorbetriebenen Sonnenschutzsystems, eine deutliche präzisere Anpassung vorgenommen werden.

Doch ohne den Vorläufer der Fenstervorhänge könnten wir heute mit Sicherheit nicht von diesen Innovationen profitieren. Damit leben die Gardinen weiter, auch wenn Sie mittlerweile zum alten Eisen des Sonnenschutzes gehören.

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Passende Artikel
Flächenvorhang Flächenvorhänge / Schiebevorhänge
110,17 € * 183,62 € *
Schiebegardinen Topdeal Flächenvorhänge
94,43 € * 157,39 € *